Im April 2023 Goodnotes ein Forschungsprojekt, um die Auswirkungen generativer künstlicher Intelligenz (GenAI) im schulischen Umfeld zu untersuchen. Unser Ziel war es, den tiefgreifenden technologischen Wandel zu verstehen, den GenAI in allen Bereichen des Lebens, des Lernens und der Arbeit mit sich bringen wird. Durch Interviews und Gespräche mit verschiedenen Interessengruppen wollten wir ein ganzheitliches Bild der Rolle von GenAI im Bildungswesen gewinnen. Unser Bericht zeichnet sich dadurch aus, dass er Beiträge, Überlegungen und Ideen von über 50 Mitwirkenden aus einem wirklich breiten Spektrum enthält, von denen jeder eine einzigartige Perspektive auf die Herausforderungen, Trends, Hindernisse und Lösungen im Zusammenhang mit GenAI in Schulgemeinschaften auf der ganzen Welt bietet.
Wichtigste Ergebnisse
- KI als Ersatz für Lehrer: Anfangs gab es Bedenken, dass GenAI Lehrer ersetzen könnte. Wir sind jedoch zu dem Konsens gelangt, dass dieses Szenario unwahrscheinlich und unerwünscht ist.
- Wissenschaftliche Integrität: Auch wenn Bedenken laut wurden, dass Studierende GenAI für unredliche Zwecke nutzen könnten, müssen wir anerkennen, dass wissenschaftliche Unredlichkeit nichts Neues ist. GenAI bietet lediglich eine neue Möglichkeit, dies zu tun, und stellt gleichzeitig die gängigen Konventionen im Lehr- und Lernbereich infrage.
- Einschränkungen und Herausforderungen von GenAI: Neben der Umgestaltung von Lehrmethoden bringt GenAI Herausforderungen wie potenzielle Datenschutzverletzungen, die Verbreitung von Falschinformationen und die Gefahr sozialer Isolation mit sich, wenn es nicht sicher eingesetzt wird.
Empfehlungen für Schulen
- Leitfaden: Wir bieten Unterstützung bei der Erstellung eines umfassenden Leitfadens, der die sichere und effektive Integration von GenAI beschreibt, die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften gewährleistet und das Wohlergehen der Schüler in den Vordergrund stellt.
- Fokus auf Aufgaben außerhalb des Bereichs der generativen KI: Schulen sollten den Schwerpunkt auf Aufgaben legen, die generative KI nicht bewältigen kann, wie beispielsweise Lesen, Zusammenarbeit und kritisches Denken, da generative KI derzeit vor allem bei der Erstellung schriftlicher Inhalte hervorragende Leistungen erbringt.
- Alternative Bewertungsmethoden: GenAI sollte als akademischer „Co-Pilot“ anerkannt werden, und Aufgaben zum Selbststudium sollten entsprechend gestaltet werden.
- Bewertungskriterien neu definieren: Schulen sollten ihre Bewertungskriterien überdenken und dabei Themen wie digitale Kompetenz einbeziehen. Entscheidungen in Bezug auf GenAI sollten mit den Grundwerten der Einrichtung und ihrer Vorstellung vom idealen Absolventen im Einklang stehen.
- Wertorientierte Praktiken: Anstatt sich auf bestimmte Instrumente zu konzentrieren, sollten Schulen Praktiken einführen, die Werte in den Vordergrund stellen, dem Lehrermangel entgegenwirken und Lehrkräfte in einem sich wandelnden Bildungsumfeld stärken.
- Outreach neu denken: Schulen, die in der Lage sind, GenAI zu nutzen, sollten die Einführung branchenweiter Strategien in Betracht ziehen, wie beispielsweise die Verbreitung und den Austausch von Wissen.
Fazit
Das transformative Potenzial von GenAI bei der Neugestaltung unseres Lebens, unseres Lernens und unseres beruflichen Umfelds ist unbestreitbar. Allerdings könnte eine beträchtliche Anzahl junger Lernender diesen Wandel verpassen, da GenAI an ihren Bildungseinrichtungen nicht ausreichend Beachtung findet. Dieser Bericht ist ein Aufruf, Lehr- und Lernpraktiken neu zu überdenken, und ermutigt die Leser, ihr Wissen, ihre Fähigkeiten und ihre Erfahrungen im Rahmen eines branchenweiten Ansatzes weiterzugeben und anzuwenden.